Vorurteile – Reichweite – Ladesäulen – Brandgefahr
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Rund 44.600 rein elektrische PKW Fahrzeuge wurden 2024 neu zugelassen. Die Zahl ging damit erstmals seit über zehn Jahren im Vorjahresvergleich zurück. Der Anteil der E-Autos an den Neuzulassungen in Österreich fiel auf 17,6 Prozent – Vorjahr 19,9 Prozent. Warum tut sich das Elektroauto so schwer? Das Meinungsforschungsinstitut Puls hat im Auftrag des deutschen Versicherers Real Garant nachgefragt. Das Ergebnis ist eindeutig: Man misstraut der Technik – weil es an fundierten Informationen fehlt.
„Wir haben im Dezember 1025 Autokäufer kurz vor oder nach dem Autokauf befragt, was sie über die Antriebstechnik denken“, sagt Puls-Geschäftsführer Stefan Reiser. „Die Antworten zeigen eine gewisse Skepsis und auch Verunsicherung auf Seiten der Kunden.“ 54 Prozent antworteten, sie würden schon gerne umweltschonend Auto fahren, wissen aber nicht, ob ein E-Auto nachhaltiger ist als ein Verbrenner. 61 Prozent gaben an, dass ein E-Fahrzeug für ihre täglichen Bedürfnisse eine zu geringe Reichweite hat. 79 Prozent vermissen genügend Ladestationen.
Zudem glauben 61 Prozent E-Auto-Batterien sind leicht entflammbar. 69 Prozent denken, die Lebensdauer der Batterie sei zu gering. „Das liegt sicher auch an der Berichterstattung über Brände von Elektroautos“, so Daniel König, Direktor für Verkauf und Marketing beim Versicherer Real Garant. „Hier ist auch der Handel gefordert, aufzuklären.“ Denn es gibt keine Daten, die eine höhere Brandgefahr von Elektroautos belegen.
Auf die Frage, ob die Autokäufer ihr Fahrzeug und den Händler weiterempfehlen, lag Toyota vorn, gefolgt von Mercedes-Benz, Tesla, Skoda, Kia und Hyundai. Die geringste Bereitschaft zur Weiterempfehlung bekommen Opel und Ford. Bei Opel schnitt nicht nur die Marke, sondern auch der Händler schlecht ab. „Da muss Opel dringend etwas tun“, so Reiser.
Bei der Markenbekanntheit haben vor allem die Chinesen zugelegt. War die Marke BYD im Juli 2023 nur 20,5 Prozent bekannt, hat sich dieser Wert in einem Jahr mehr als verdoppelt. BYD überholte damit chinesische Wettbewerber wie MG, Nio oder Polestar. Hier zeigt sich wohl der Erfolg des Engagement bei der Fußball-Europameisterschaft. BYD war nämlich Sponsor der EM. Auch das Kaufinteresse und die damit verbundenen Verkäufe stiegen im ersten vollen Verkaufsjahr hierzulande auf 2.0 Prozent. 2025 und 2026 will man die Ergebnisse jeweils verdoppeln.
Vor allem im Bereich Antrieb, Design und Preis/Leistung hat BYD bei den Autokäufern ein gutes Standing: 55,8 Prozent meinen, BYD biete Fahrzeuge mit der neuesten Antriebstechnologie, 52,6 Prozent loben das besonders moderne Design, 49,2 Prozent empfinden die Fahrzeuge als preiswert. Allerdings sagen auch 56,8 Prozent, sie fühlten sich mit dem Fahrzeugangebot der Marke nicht vertraut. Gut kommuniziert vom Start weg scheint allerdings der Seal U-DMI zu sein, der innerhalb kürzester Zeit gut sichtbar auf heimischen Straße ist. hak